Sonnenfinsternis auf Menorca
Sonnenfinsternis auf Menorca

sonnenfinsternis auf menorca - cala galdana

sonne, strand und meehr

Wir überqueren den Barranc d’Algendar über die Pont Cala Galdana, nicht ohne vorher noch ein Foto aus der Bucht heraus zu schiessen, und landen wenige Minuten später an der Playa de Cala Galdana.

Wir sind früh dran und haben freie Auswahl bei den Liegestühlen. Über den feinen Sand wagen wir uns ins kühle Nass. Kühl? Keine Spur! Während unseres Aufenthalts hat das Meer zwischen 29,3 und sage und schreibe 30 Grad – Rekord! So warm war es nicht einmal auf den Malediven.

Besonders gut gefällt mir, dass kein Steinchen die Füsse beim Gehen im feinen Sand stört, das Meer so schön warm ist (auch wenn ich weiss, dass das ökologisch weniger schön ist) und der Blick auf die Felsen, die die Bucht flankieren.

Aber – es gibt auch ein Aber: Es wird voll.

Gegen Mittag spielen Kinder und Erwachsene mit einem Ball, die Bademeister pfeifen, weil sich Personen im Ein- und Ausfahrtsbereich der Wasserfahrzeuge befinden oder weil ein Pedalo in Form eines Drachens oder Autos sich seinen Weg durch die badenden Gäste bahnen will.

Morgens ist das Wasser noch glasklar. Doch mit den vielen Füssen wird immer mehr Sand aufgewirbelt. Am Ende ist das Wasser so trüb, dass man den Boden nicht mehr sehen kann.

Blick auf die Bucht von Cala Galdana

Cala Galdana

Cala Galdana

 

 

 

 

das hotel vom balkon bis zum pool

Morgens wache ich immer früh auf und geniesse die Ruhe auf dem Balkon, während Reiner noch seinen Träumen nachhängen darf. Ich beobachte den Gärtner beim Pflanzengiessen, den Techniker beim Reinigen des Pools, eine Katze, die auf leisen Sohlen am Pool entlangbalanciert, vereinzelte Personen, die den Sonnenaufgang bewundern, und ganz selten jemanden, der bereits Strandtücher platziert oder ein paar Längen schwimmt.

Wenn die Sonne beginnt, an Kraft zu gewinnen, ist es Zeit fürs Frühstück. Wir haben die Auswahl zwischen dem Restaurante Oliva und dem Restaurante Galdana. Bis auf einmal beginnen wir den Tag stets im Oliva, weil es bereits um halb acht Gäste empfängt. Das Galdana öffnet eine Stunde später, schliesst dafür aber auch eine Stunde später.

Es gibt alles, was das Herz begehrt, inklusive Live-Cooking-Station. Trotzdem fehlt mir das gewisse Etwas, das Besondere, das Menorca ausmacht. Vielleicht ist es auch das Ambiente oder die Grösse, die mich etwas überfordert. An der Herzlichkeit des Personals kann es jedenfalls nicht liegen – die ist einmalig.

Am Pool selbst ist es bis mittags kein Problem, freie Liegen und Sonnenschirme zu finden. Am unteren, grossen und tiefen Pool, der sich gut zum Schwimmen eignet, gibt es sehr viele Liegeplätze. Fast ebenso viele gibt es im oberen Bereich, wo der Pool zum Relaxen einlädt. Es kann gesprudelt werden, oder man legt sich bäuchlings auf den Rand und schaut auf den unteren Pool, während das Wasser als kleiner Wasserfall vom oberen in den unteren plätschert.

Einen dritten Liegebereich auf dem Dach haben wir nicht besucht. Der gehört den Rauchern – es ist der einzige Ort im Hotel, an dem geraucht werden darf.

Eigentlich hätte ich nicht erwartet, dass wir uns je im Poolbereich aufhalten würden. Aber die Ruhe ist so angenehm, dass es doch öfters vorkommt als gedacht. Meist sieht man dieselben Personen an denselben Plätzen. Mehrfach platziert sich ein Paar aus Österreich hinter uns. Deutsch hört man dagegen kaum. Umso präsenter sind Französisch, Italienisch und Spanisch – sowohl in Cala Galdana als auch in unserem Adults-only-Hotel.

1166 03 Menorca 5

Sonnenaufgang vom Balkon (ARTIEM Audax)

Pomada (ARTIEM Audax)

Sonnenaufgang vom Balkon (ARTIEM Audax)

Frühstück mit Lebensmotto von Menorca (ARTIEM Audax)

Früher Morgen auf dem Balkon (ARTIEM Audax)

Blick auf den Pool am frühen Morgen (ARTIEM Audax)

 

tapas, fisch und eine caldereta de langosta

Unseren ursprünglichen Plan, zum Abendessen verschiedene Orte anzufahren, lassen wir fallen. Zu mühsam erscheint es uns, jedes Mal unsere Pelotilla an der Rezeption zu ordern und anschliessend auf einen Parkplatz zu hoffen. Deshalb beehren wir die Restaurants, die wir zu Fuss erreichen können.

Allen voran das Restaurante & Tapas Alaska, in dem wir gleich mehrmals einkehren. Die Tapas-Karte ist dreispaltig, wobei die dritte Spalte die Spezialitäten auflistet. Wir essen uns einmal quer durch die Karte: Pulpo a la plancha, Gambas al Ajillo, Mejillones de Menorca a la plancha, Cebolla rellena de carne, Lomo con col, Flor de alcachofa con queso Mahón, Croquetas de Jamón Ibérico, Croquetas de Gorgonzola y nueces, Croquetas de Berenjena y queso de cabra, Croquetas de Espinacas, Ensaladilla rusa und Hígado a la plancha. Allein beim Aufzählen läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Zum Dessert gibt es Bananenkuchen – und von dem brauchen wir unbedingt das Rezept!

Ebenfalls gerne gehen wir ins Can Toni, und dort hat es uns allen voran Belinda angetan. Aber nicht nur sie ist eine aufmerksame Bedienung, auch das ganze Team versteht es, Hand in Hand zu arbeiten und die Gäste zu verwöhnen.

Beim ersten Besuch teilen wir uns eine Paella de marisco. Schon die Präsentation der grossen Pfanne ist wundervoll, aber der Geschmack erst! Leider ist die Portion viel zu gross und ich verlasse das Lokal hoffnungslos überessen. Für ein Dessert ist beim besten Willen kein Platz mehr.

Dasselbe passiert uns beim Arroz negro, einem Reisgericht, das ebenfalls in der Paellapfanne zubereitet und serviert wird. Seine schwarze Farbe verdankt es der Tintenfischtinte.

Beim dritten Besuch gönnen wir uns Fisch. Für Reiner gibt es Combinado: Sepia, Gallo de San Pedro und Merluza. Ich entscheide mich für Bacalao con costra de frutos secos. Reiner bekommt Kartoffeln und Gemüse dazu, auf meinem Kabeljau mit der Kruste aus Trockenfrüchten und Nüssen liegen frittierte Zwiebeln, daneben gibt es Gemüse und zwei Pürees. Ein Gedicht!

Ein paar Minuten länger brauchen wir zu Fuss zum Restaurant Cala Mitjana. Kurz nach halb acht sind wir da und damit die ersten Gäste. Bald schon füllt sich das Restaurant. Wir einigen uns auf den Pescado del día, einen Wolfsbarsch. Die Bedienung zerteilt den Fisch routiniert und legt Reiner und mir je die Hälfte auf den vorbereiteten Teller mit Kartoffeln und Gemüse. Was für ein Genuss!

Wir reservieren gleich einen Tisch, denn wir wollen hier unbedingt die menorquinische Spezialität Caldereta de Langosta probieren. Die im Vorfeld getätigte Reservation im Es Cranc in Fornells - angeblich gibt es dort die beste Caldereta - stornieren wir kurzerhand und schlagen ein paar Tage später wieder im Restaurant Cala Mitjana auf.

Wir werden lautstark begrüsst: Gabriela hier, Gabriela da, Gabriela dort … Das ganze Restaurant kennt inzwischen meinen Namen.

Wir fragen nach der Caldereta de Langosta. Der Kellner – oder ist er der Besitzer des Restaurants? – kann uns mit dem Preis nicht schocken. Wir wissen schliesslich, dass man mit Langusten kein Schnäppchen macht.

Die Brühe ist sehr intensiv, die Languste etwas fest. Trotz richtig gutem Werkzeug, also einer Zange, die mit der Kruste des Tieres bestens zurechtkommt, tue ich mich schwer, an das delikate Fleisch zu kommen.

Mein Fazit: Die Brühe hat mir sehr gut geschmeckt, die Languste auch. Aber ich glaube, gegrillt ist sie noch zarter und besser. Ich bereue keine Sekunde, die Spezialität probiert zu haben. Ein zweites Mal würde ich sie allerdings nicht bestellen – dafür ist der Preis dann doch zu hoch.

Für einmal gehen wir zum Essen in die andere Richtung, auf der Costa Mirador hinauf zum Restaurante Sa Lluna. Wir werden nett begrüsst und neben dem Pool platziert. Die Karte ist riesig. Das kann unmöglich alles frisch sein, aber die Bewertungen sind gut – wir sind gespannt.

Die Bestellung, je ein Dreigang-Menü, können wir recht schnell aufgeben. Doch von da an warten wir. Und warten. Und warten.

Endlich kommen die Vorspeisen: Meine Süsskartoffel-Pommes-frites mit Trüffelmayonnaise sind knusprig und hervorragend gewürzt. Reiners Salat mit Poulet mag ich nicht, ihm schmeckt er.

Der Himmel verdunkelt sich. Wir warten weiter – und nun fängt es an zu tröpfeln. Einzelne grosse Tropfen fallen auf unsere Köpfe. Mit einem Sonnenschirm wird der riesige Fernseher geschützt, ein Paar mit einem Kleinkind flüchtet ins Innere des Restaurants und für ein anderes Paar, ebenfalls mit Kleinkind, wird ein Sonnenschirm aufgespannt.

Bevor ich so richtig in Panik ausbrechen kann, hört es auf zu regnen. Wir warten weiter auf unsere Hauptspeisen, während die Gäste um uns herum längst bedient werden und einige sogar schon bezahlt haben und das Lokal verlassen.

Als unsere Hauptspeisen endlich kommen, sind wir zufrieden. Besonders Reiner: Sein Pouletschenkel fällt förmlich vom Knochen und badet in einer köstlichen Sauce.

Nun noch das Dessert. Glace für Reiner, Flan für mich. Aber warum kommt das nicht? Schliesslich fragt die Bedienung, ob wir die Hauptspeise schon erhalten hätten, und ist sichtlich erleichtert, als wir das bejahen. Mir geht es inzwischen definitiv zu lange, ich werde ungeduldig.

Drei Stunden nach unserer Ankunft verlassen wir das Lokal mit gemischten Gefühlen. Das Essen war gut, aber die Wartezeiten waren einfach zu lang.

Etwas versteckt zwischen den Häusern liegt das Bona Vida Menorca – Restaurant & Lounge Bar. Zuerst will ich mich gar nicht hinsetzen, weil es aussieht, als könne man hier nur etwas trinken. Dann entdecke ich die gedeckten Tische. Wir sind bloss für spanische Verhältnisse etwas zu früh dran.

Ich habe Lust auf Teigwaren und bestelle deshalb ausnahmsweise Tagliatelle frutti di mare. Reiner wählt Tagliatelle Mar & Terra. Naja, wir sind halt nicht in Italien, da muss man Abstriche machen. Die Sauce bei Reiners Nudeln ist allerdings sehr gut: asiatisch angehaucht, sehr intensiv – mit der Zeit fast etwas zu intensiv.

Auf dem Platz spielt ein Mann Saxophon. Leider bekommt er viel zu wenig Applaus für seine wundervollen Töne.

Mejillones de Menorca a la plancha (Alaska)

1166 03 Menorca 4

Can Toni

Paella de marisco (Can Toni)
Paella de marisco (Can Toni)
Paella de marisco (Can Toni)

Paella de marisco (Can Toni)

Pescado del dia - Wolfsbarsch (Cala Mitjana)

Pescado del dia - Wolfsbarsch (Cala Mitjana)

Pescado del dia - Wolfsbarsch (Cala Mitjana)

Tarta de queso de Mahón (Cala Mitjana)

Arroz negro (Can Toni)

Sa Lluna

Warten auf die Caldereta (Cala Mitjana)

Caldereta de langosto de Menorca (Cala Mitjana)

Caldereta de langosto de Menorca (Cala Mitjana)

Sangría de cava (Can Toni)

Bacalao Con crosta de frutos secos (Can Toni)

 

 

 

 

 

 

AUCH INTERESSANT

Mezze-Party
Mezze-Party
Auberginenröllchen
Auberginenröllchen
Kirmizi Köz Biber Sarmasi
Kirmizi Köz Biber Sarmasi