Sonnenfinsternis auf Menorca
Sonnenfinsternis auf Menorca

sonnenfinsternis auf menorca

In diesem Reisebericht zeige ich Dir, welche Strapazen wir auf uns genommen haben, um die totale Sonnenfinsternis 2026 mit eigenen Augen zu erleben.

das virus

Im Süden Arizonas herrscht echte Wildwest-Atmosphäre. Nach einer Schiesserei in Tombstone – eine Nachstellung wohlverstanden – haben wir im Mai 2022 das Glück, eine totale Mondfinsternis beobachten zu dürfen. Das war die erste Begegnung mit dem Virus.

Im darauffolgenden Jahr schlägt es wieder zu: Eine ringförmige Sonnenfinsternis im Monument Valley wird zum Highlight unseres Roadtrips. Nun sind wir definitiv infiziert. Wann und wo gibt es die nächste Sonnenfinsternis?

Bereits im August 2026 soll der Mond die Sonne komplett verdecken - und das von Island bis Spanien. Perfekt – oder doch nicht? In Galicien ist die Wahrscheinlichkeit für bewölkten Himmel hoch (von Island reden wir schon gar nicht), in Valencia und auf den Balearen ist es im August unerträglich heiss und voll. Mallorca zur Hauptsaison wollen wir uns nicht antun. Also entscheiden wir uns für die kleine Schwester: Menorca.

Die Insel bietet historische Stätten der prähistorischen Talayot-Kultur, herrliche Strände und hoffentlich einen Platz in der ersten Reihe für das grosse Ereignis. Kultur, Strandferien und Sonnenfinsternis – klingt nach einem ziemlich guten Plan.

vorbereitung

Viel gibt es nicht vorzubereiten. Flug und Unterkunft buchen, die Unterkunft vom günstigen Apartment zum sündhaft teuren Hotel umbuchen, Auto reservieren und recherchieren. Sonnenfinsternisbrille und Schutzfolie für das Kameraobjektiv sind noch vorhanden.

Der Sommer in Basel ist heiss, sehr heiss. Wie wird das erst auf Menorca sein? Noch mehr Sorgen machen mir allerdings die vielen Touristen und die Parkplatzsituation. Reiner beruhigt mich: Er sieht kein Problem.

ankunft

Pünktlich um 04:45 Uhr bringt uns der freundliche Uber-Fahrer zum EuroAirport. Der Check-in-Bereich von EasyJet ist inzwischen vollautomatisch. Trotzdem brauchen wir die Hilfe einer Mitarbeiterin, denn mein Koffer weigert sich, das akzeptierte Gewicht einzuhalten. Die Waage beim Automaten zeigt 18,3 kg an, die Waage bei der Gepäckabgabe ebenfalls. Trotzdem behauptet der Automat hartnäckig, das Gewicht habe sich verändert, und verweigert die Annahme. Die Mitarbeiterin korrigiert es kurzerhand manuell auf 17 kg – und schon verschwindet der Koffer auf dem Rollband.

 

 

 

 

 

 

 

Das halbleere Flugzeug hebt ein paar Minuten vor der Zeit ab und landet nach nicht einmal zwei Stunden in Mahón. Meine Uhr zeigt 21 Grad an. Angenehm. Huch – das ist noch die Anzeige von Basel. Die Realität sieht anders aus: Schon um 09:00 Uhr haben wir gegen 30 Grad, gefühlt 33.

Alles geht sehr schnell, nur auf das Gepäck warten wir ewig. Aber wir haben Ferien und sind entspannt. Da sich am Europcar-Schalter niemand hinter uns einreiht, plaudern wir mit dem netten Mitarbeiter über die Sonnenfinsternis. Er hat an diesem Nachmittag frei und bereits eine Reservation in einem Beach House im Westen der Insel.

Dann übernehmen wir unseren kleinen weissen Fiat 600, den wir schon bald liebevoll die Pelotilla – Kügelchen – taufen. Er soll uns die nächsten Tage über die Insel kutschieren. Für das Gepäck müssen wir die Sitze herunterklappen – unser ganzes Hab und Gut liegt damit ziemlich offensichtlich im Kofferraum. Deshalb wollen wir das Auto nicht lange unbeaufsichtigt stehen lassen.

Wir frühstücken in Sant Climent, decken uns mit Wasser ein und fahren zum Hotel. Dort haben wir zunächst keine Chance, einen Parkplatz zu finden. Ich befürchte schon, dass nun der Alptraum losgeht. Doch das Hotel bietet Valet Parking an, was wir dankend annehmen. Das bedeutet zwar einen gewissen Verlust an Flexibilität: Eine Stunde vor der gewünschten Abholzeit müssen wir unser Auto anmelden, und fürs Parkieren gibt es Blockzeiten. Dafür sind wir die Sorge los, keinen Platz für unsere Pelotilla zu finden.

 

 

 

 

 

 

Für unser Zimmer sind wir noch zu früh, aber das Gepäck sind wir los und können zum ersten Mal die Insel erkunden. Wir fahren Richtung Westen und checken schon einmal ab, wo wir uns für die Finsternis platzieren könnten. Beim Far d’Artrutx meinen wir, unseren Platz gefunden zu haben. Am Passeig Marítim gibt es Parkplätze. Früh genug da sein und den Tag in Cala en Bosc verbringen – der Plan nimmt Formen an.

Nach ein paar Tapas auf einer Terrasse bei 37 Grad, gefühlt wie 80, sind wir verschwitzt und träumen von einer erfrischenden Dusche. Der Traum erfüllt sich schliesslich in Zimmer 747 des ARTIEM Audax in Cala Galdana.

1166 03 Menorca 1

 

 

 

 

 

 

 

Vom Balkon blicken wir auf den zweistöckigen Pool, der gut besucht ist. Ob wir da wohl auch einmal baden werden? Oder sind die Liegestühle bereits frühmorgens belegt?

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