tobermory und umgebung
Am nächsten Morgen gibt es zum Frühstück Kintyre Kippers – goldbraun geräucherte Heringe aus der Halbinsel Kintyre, mit Gräten serviert, eine klassische schottische Frühstücksspezialität. Reiner liebt sie. Für mich wäre es nichts.
Im Tobermory Stores, einem kleinen Laden mit feinen Sachen zum Mitnehmen, treffen wir zufällig die Rangerin von der gestrigen Tour wieder. Die Welt ist klein – aber Mull ist noch kleiner.
Auf dem Weg zum Fishnish Hide halten wir kurz bei Isle of Mull Cheese & Spirit, einer kleinen Brennerei mit angegliederter Käserei in der sogenannten Glas Barn – einem hübschen, hellen Gebäude, das zum Verweilen einlädt. Einen Kaffee trinken wir dort, und gerne hätten wir etwas vom berühmten Mull Cheddar probiert – aber der wird nur in 200-Gramm-Packungen verkauft, was uns zu viel ist. Der Mull Cheddar wird uns noch beschäftigen.
Dann der Fishnish Hide. Wir sitzen mit dem 500er-Objektiv und warten – auf Otter, auf Seeadler. Was wir sehen, sind Austernfischer mit ihren langen roten Schnäbeln. Nicht das, worauf wir gehofft hatten, und trotzdem: Das geduldige Ausharren, das leise Ausrichten der Kamera, das Absuchen des Wassers mit dem Fernglas – diese Hides sind längst zu unserem liebsten Reiseritual geworden.