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unser schottland – isle of mull - die puffins von lunga

die puffins von lunga

Die grosse Frage des Abends: Findet der Big Bird Trip morgen statt? Turus Mara, der Betreiber dieser auf Vogelbeobachter zugeschnittenen Tour, führt uns auf die Treshnish-Insel Lunga – eine der kleinsten und wildesten Inseln vor der Westküste von Mull, bekannt als eines der besten Puffin-Gebiete Schottlands. Tausende dieser kleinen Seepapageien brüten hier zwischen Mai und August in Erdhöhlen entlang der Klippen. Das Wetter sieht nicht gut aus. Ich mache mir Sorgen – vier Stunden auf einer kleinen Insel ohne Infrastruktur, nasse Steine, kein WC. Die Nachricht kommt: Die Tour findet statt. Ich schlafe unruhig.

Am nächsten Morgen ist der Himmel prächtig. Bei der Ulva Ferry an der Westküste von Mull warten wir auf die anderen Teilnehmer. Fast jeder trägt eine Kamera mit grossem Teleobjektiv. Das Boot kämpft sich bei hohem Wellengang vorwärts, ab und zu kommt jemand klatschnass vom Deck ins Innere. Als die Crew ein Fenster öffnet, stellt sich das als schlechte Idee heraus: Eine Welle trifft den Mann, der daneben sitzt, von der Seite – er sieht aus, als wäre er in die Oban Bay gefallen. Immerhin: Es gibt eine Toilette an Bord, was die Vier-Stunden-Aufenthaltszeit auf Lunga deutlich entspannter macht – ein nützlicher Hinweis für alle, die ähnliche Sorgen hegen.

Bevor wir anlegen, sehen wir Robben auf den Felsen liegen. Das Anlegen selbst ist eine kleine Logistikübung: Ein Steg, der sonst an einer Boje im Wasser verankert liegt, wird vom Boot aufgenommen, über die Steinbrocken am Ufer geschoben – und wir überqueren ihn, während das Boot dahinter wartet. Dann geht es über grosse, unebene Steine zum Hang. Reiner hilft mir über die steilen Stufen – und dann stehen wir oben und sehen sie.

Hunderte von Puffins. Puddingrund, mit orangerot leuchtenden Schnäbeln, völlig unbeeindruckt von uns Menschen. Sie staksen an uns vorbei, schlüpfen in ihre Erdhöhlen, schauen kurz heraus, tragen Sandaale im Schnabel. Ich kann kaum aufhören, sie anzuschauen. Reiner fotografiert, was das Zeug hält, ich filme mit GoPro und Handy. Die vier Stunden vergehen viel zu schnell. Eine Rangerin meint, es sei schön warm. Na ja – 10° C sind nicht warm, aber wir sind gut eingepackt und trotzen auch dem Wind.

Kurz vor Ende unserer Zeit auf Lunga legt ein zweites Boot an, das eine gemischte Gruppe bringt: Familien, Wanderer, einige Vogelbegeisterte – und eine Handvoll Jugendlicher, die kaum die Anhöhe erreicht haben, wo sich die Puffins tummeln, sich schon ins Gras fläzen und dösen. Man fragt sich unwillkürlich, ob das ein Ausflug war, den jemand für sie gebucht hat, nicht mit ihnen. Um 15:20 Uhr müsste ihre Gruppe wieder einsteigen. Wir sind für 15:30 Uhr eingeplant. Was sich theoretisch gut anfügt, endet praktisch damit, dass sich die beiden Gruppen vermischen, das zweite Boot zu spät ablegt – und wir auf den Steinbrocken stehen und warten, weil unser Boot noch den Steg braucht. Gemütlich ist das nicht. Aber die Puffins haben es allemal wettgemacht.

Bei der Rückfahrt fällt auf, dass die Plätze neben den öffenbaren Fenstern lange leer bleiben. Niemand will nochmals das Schicksal des Mannes von der Hinfahrt teilen. Dabei ist die See jetzt ruhiger – als die Fenster schliesslich doch geöffnet werden, bleibt es trocken. Wir fahren langsam an der Insel Staffa vorbei, deren Basaltsäulen sich im Abendlicht abzeichnen. Der Name leitet sich vom altnordischen Wort für «Insel der Säulen» ab – und man versteht warum. Die berühmte Fingalshöhle ist von weitem zu erkennen.

Puffins
Puffin
Puffin

Puffin

Heringsmöwe

Puffins

Puffin

Puffins

Puffin

Puffins

Tordalk

Krähenscharbe

Krähenscharben

Verlassene Blackhouse-Siedlung mit Blick auf Fladda und Isle of Mull

Wiesenpieper

Zaunkönig

Puffins

Puffin

Müde Gesellschaft

Puffin

Tordalk

Tordalk

Puffin

Puffin

Puffin
Tordalk
Tordalk
Ich auf Lunga

Anlegestelle auf Lunga

Staffa

Staffa

 

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