Von der grossen Insel auf die kleine. Finden wir die scheuen Otter? Können wir majestetische Steinadler beobachten? Treffen wir auf die putzigen Puffins?
isle of mull
oban – mehr als nur ein fährhafen
Der Weg nach Mull beginnt launisch: Regen, Sonne, leichter Hagel, wieder Sonne – das Wetter kann sich nicht entscheiden. Als wir in Oban ankommen, hat es sich beruhigt und lässt uns in Ruhe.
Oban kennt man eigentlich als Fährhafen, aber man bleibt doch länger als geplant. Hoch über dem Stadtgewimmel thront McCaig's Tower, eine mächtige Steinruine aus dem Jahr 1897, die aussieht wie das Colosseum in Rom. Ein wohlhabender Bankier namens John Stuart McCaig liess ihn erbauen – teils als Denkmal für seine Familie, teils um den Steinmetzen der Stadt in den kargen Wintermonaten Arbeit zu geben. Fertig gestellt wurde er nie, denn McCaig starb 1902. Was blieb, ist eine offene Granitschale mit üppigem Innengarten und Panoramablick auf die Oban Bay. Und Misha, die Katze, die dort lebt und sich über jede Streicheleinheit freut – auch von uns.
Danach statten wir der Oban Distillery einen Besuch ab. Ich genehmige mir einen Oban 14, für Reiner gibt es kein Driver Sample, aber der nahegelegene Whisky-Shop macht das mehr als wett: drei Whiskys zur Verkostung, darunter einen Ledaig – den einzigen torfigen Whisky der Tobermory Distillery. Auch für Reiner gibt es etwas zum Mitnehmen.
Die Überfahrt nach Mull dauert knapp eine Stunde. Die Insel empfängt uns mit engen Strassen, noch engeren Single Track Roads und einem Hotel in Tobermory, das uns beim Check-in erst nicht findet. Schliesslich bekommen wir unseren Schlüssel – und den Hinweis, dass das Frühstück ab 6:30 Uhr serviert werde. Was sich am nächsten Morgen als Missverständnis herausstellt: Es gibt Frühstück erst ab 7:30 Uhr. Wir stehen eine halbe Stunde vor verschlossener Tür. An der Bar hingegen gibt es keine Wartezeiten – nur Eiswürfel im Whisky. Drei Stück. Reiner und ich sehen uns an und sagen nichts.