USA 2022 - 03 death valley - las vegas - 09

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ein tag in las vegas

Um den Strip zu erkunden, gibt es vermutlich keine bessere Möglichkeit, als dies mit "The Deuce" zu tun. Der "Las Vegas Deuce on the Strip" ist ein Busservice entlang des Strips, zur Fremont Street Experience und zu den Las Vegas Premium Outlets South. Die Busse fahren rund um die Uhr und es gibt zahlreiche Haltestellen entlang der berühmtesten Strasse Las Vegas'.

Wir luden die rideRTC-App auf unsere Handys und kauften für je sechs Dollar eine Tageskarte. Die nächste Bushaltestelle war nur wenige Schritte vom Hoteleingang entfernt, an dem jede Menge seltsamer Gestalten herumlungerten. Revuegirls stöckelten den Strip entlang und als ich einen offensichtlich obdachlosen Mann im Sommerkleid erblickte, hatte ich ein Déjà-vu. Er verhielt sich aber anständig und ich war beruhigt.

Der Bus war sehr modern und bis fast zum Gefrierpunkt heruntergekühlt. Wir stiegen allerdings bereits an der übernächsten Haltestelle wieder aus und blieben zögernd vor dem Eingang zum Wynn stehen. Die Portiers öffneten freundlich lächelnd mit einer einladenden Geste die Tür. Wir suchten ein wenig, fanden aber das Café nicht, das wir fürs Frühstück auserkoren hatten. Ich wollte mich in die Warteschlange für ein anderes Café stellen, doch Reiner plagten Schmerzen beim Stehen, also gingen wir wieder raus und marschierten den Strip entlang auf der Suche nach einer Frühstücksmöglichkeit. Hunger und Schmerzen waren keine gute Kombination - fast wäre es zum Streit gekommen. Auf der anderen Strassenseite entdeckten wir einen Starbucks. Das war nicht das, was wir uns gewünscht hätten, aber besser als nichts. Da - ein Denny's! Das gefiel uns schon besser, also überquerten wir die Strasse erneut. Wartende Gäste vor uns wiesen uns darauf hin, uns in die Warteliste einzutragen. Okay, das war erledigt, nun hiess es warten. Der Windfang wurde langsam etwas eng. Ein Junge neben uns machte ein mürrisches Gesicht und eine Frau, vermutlich seine Mutter, meinte auf schweizerdeutsch, dass sie ihm nicht peinlich sein müsse. Ich musste grinsen, erinnerte ich mich daran, wie peinlich mir meine Eltern waren, als ich noch Teeny war. Wir wechselten ein paar Worte mit der fünfköpfigen Schweizer Familie, dann bekamen wir bereits unseren Tisch.

Dieselbe Kette, aber unterschiedlicher hätte die Atmosphäre in den beiden Denny's nicht sein können. Während in Beatty vorwiegend Einheimische sassen, befanden sich hier Touristen. Dies merkte man zum einen daran, dass sie noch nicht so ganz mit dem Ablauf vertraut waren und zum anderen daran, dass sie sich viel mehr Zeit liessen, ihre Pancakes, French Toasts, Hash Browns, Eggs und was es sonst noch so alles gab, zu vertilgen. Unsere Bedienung Eileen balancierte gut gelaunt Tablets zwischen den Tischen herum und hatte für jeden ein Spässchen parat. Sie wollte wissen woher wir kämen und erklärte, dass dort drüben noch andere Schweizer sässen. Stimmt, das hatten wir auch schon mitgekriegt.

Beim Verlassen des Diners hörte ich nebendran "ou mi Buuch, e be so vou!". Die Schweizer Familie hatte wohl denselben Rhythmus, wie wir. Wir wünschten uns gegenseitig noch schöne Ferien, dann wollten wir wieder in den Bus steigen, um zu "The STRAT" zu fahren. Nein, nein, in diesen vollen Bus brachten uns keine zehn Pferde. Wir warteten nicht mal eine Minute, da kam ein fast leeres Exemplar und schon wurden wir wieder schockgefrostet.

"The STRAT" ist ein 356 Meter hoher Turm mit Hotel, Casino und einer Aussichtsterrasse am nördlichen Ende des Strips. Im Innern des Turms war kaum etwas los. Wir fanden einen Ticketautomaten für die Aussichtsterrasse, aber als wir den Preis sahen, blieb uns die Spucke weg. Wenn ich mich recht erinnere, hätten wir rund 30 Dollar pro Person für die Aussicht zahlen müssen. Nein, so nicht, dann gingen wir halt ins Bellagio Conservatory & Botanical Gardens.

Ausgerechnet, als wir kamen, war die Rolltreppe ausser Betrieb. Na gut, so weit war es jetzt auch nicht bis zum Eingang zu diesem Luxushotel. Ich konnte meinen Augen kaum trauen, als wir in den Wintergarten gleich hinter der Rezeption traten. Der 1300 Quadratmeter grosse Botanische Garten wird von einem Glasdach überspannt. Die Konstruktion besteht aus oxidiertem Kupfer und leuchtet grün. Zu jeder Jahreszeit verwandeln Gartenbau- und Ingenieurteams den Garten in eine Komposition aus Sehenswürdigkeiten, Klänge, Düfte und Farben.

Der diesjährige Frühling stand unter dem Motto "The Flights of Fancy". Heissluftballons aus Blumen schienen zu schweben. Im Frühlingsblumenbeet prangten riesengrosse Narzissen und Rosen aus Kunststoff, dazwischen ein Koi Karpfenteich mit einem überdimensionierten Frosch, aus dessen Mund Wasser in den Teich plätscherte. Riesige Kolibris schlürften Nektar aus ebenso riesigen Blüten. Ein handgefertigtes Gemälde mit Heissluftballons über einem Frühlingsfeld aus Blütenblättern, künstliche Wasserfälle und viele Dinge mehr gab es ausserdem zu entdecken. Dazwischen waren Beete über und über mit echten Blumen bepflanzt. Das Ganze war so dermassen kitschig, dass es schon wieder cool war.

 

Wir beobachteten noch etwas die Leute im und vor dem Bellagio. Anschliessend machten wir uns langsam auf den Weg ins Hotel, um Bilder auf die Festplatte zu speichern und Erinnerungen schriftlich festzuhalten.

 

Im Hotel angekommen, meinte Reiner, dass wir eine neue Festplatte bräuchten. Die neu gekaufte sei fehlerhaft und die Speicherkarten reichten nie und nimmer für all die Fotos und Videofilme unserer Reise. Na toll! So sehr ich mich darüber ärgerte, es half nichts, ein neues Speichermedium musste her. Also suchten wir nach einem Laden und fanden einen Best Buy.

Das Elektronikgeschäft erinnerte mich an einen Mediamarkt in Gelb. Nur dass die Verkäufer wesentlich freundlicher, hilfsbereiter und kompetenter waren. Ein älterer Herr zeigte uns das richtige Regal und bald schon waren wir um eine Festplatte reicher und um 120 Dollar ärmer.

Die nächste Frage war: Wo essen? Nochmals Sushi hätte uns gereizt, aber Dim Sum wären auch nicht schlecht. Bisher hatte ich allerdings ausserhalb Hong Kongs noch nie gute dieser kleinen Köstlichkeiten gehabt. Trotzdem fuhren wir zum Orchids Garden, das abseits des Strips in einem Wohnquartier lag.

Das äussere Erscheinungsbild erinnerte mich stark an Hong Kong. Rote Säulen hielten grüne Ziegeldächer, die Fassaden waren weiss verputzt. Im Innern wurden wir sofort an einen Tisch geführt und ehe wir bestellen konnten, kam eine Frau mit einem Servierwagen voll von dampfenden Dim Sums daher. Wir wählten welche und bekamen diese sowie einen Stempel auf einen Zettel. Wir hätten auch à la Carte bestellen können, aber nein, die rollenden Buffets waren genau richtig.

Ausser uns sassen fast ausschliesslich Chinesen an den Tischen und teilten sich die verschiedenen Körbchen und Tellerchen mit gedämpften, frittierten oder gebratenen Spezialitäten. Sogar Hühnerfüsse wurden angeboten. Auch wir schlugen kräftig zu. Ein Bambuskörbchen nach dem anderen wurde uns hingestellt und die Stempelkarte wurde voller und voller. Authentischer und besser hätte es nicht sein können, wir waren rundum zufrieden.

An der Kasse war ich überrascht über den günstigen Preis. Meine Kreditkarte verlangte einen PIN. Die Chinesin, die kaum englisch sprach, wollte meinen PIN wissen. Mir entfuhr ein Lachen - auf keinen Fall! Ich deutete an, dass ich ihn selber eintippen wollte und tat das dann auch.

Zum Abschluss des Tages schauten wir noch etwas den Strip bei Nacht an, aber so ganz begeistern konnte uns die Glitzerwelt nicht. Zu sehr war sichtbar, dass alles nur Fassade war. Sobald man etwas hinter die Scheinwelt schaute, war es siffig, heruntergekommen und armselig.

    

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