USA 2022 - 04 joshua tree - san diego - 03

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ein tag im park der palmlilien

Wer noch nie in den USA ein Hotelfrühstück geniessen durfte, wundert sich vielleicht, dass in den Rezensionen oft von "für amerikanische Verhältnisse gutes Frühstück" die Rede ist. Das liegt daran, dass ein Hotelfrühstück in der Regel alles andere, als ein kulinarischer Hochgenuss ist. Manchmal gibt es neben Kaffee einen abgepackten Muffin, vielleicht einen Bagel und wir hatten schon mal ein hartgekochtes Ei in Folie eingeschweisst bekommen, das war aber vor ein paar Jahren im Osten der USA. Hier gab es eben für amerikanische Verhältnisse ein gutes Frühstück mit Eiern, Würstchen, Gemüse, Biscuits und Gravy. Waffeln, und ich glaube auch Pancakes, konnten zubereitet werden, aber ich bin eher der herzhafte als der süsse Typ.

Die Sonne war bereits aufgegangen, als wir den Joshua Tree National Park erreichten. Die Eingangsstation war noch unbesetzt, aber wir waren ja eh im Besitz des Nationalparkpasses. Die Josua-Palmlilie (englisch: Joshua Tree) gab dem Park seinen Namen. Sie ist die grösste Art der Gattung Palmlilien, besser bekannt als Yucca. Der nördliche Teil des Parks war voll von diesen Pflanzen, die zu so früher Stunde in goldenes Licht getaucht waren.

Ein Fotograf mit einem Rucksack auf dem Rücken folgte unserem Beispiel, als wir das Auto an den Strassenrand stellten und die abgerundeten Felsen und die Pflanzenwelt filmisch festhielten. Es gab aber so viele Kakteen und Joshua Trees, dass wir uns nicht in die Quere kamen.

  

Dann kam ein historischer Augenblick: Reiner überliess mir das Steuer. Etwas unsicher setzte ich mich auf den Fahrersitz. Wie viele Jahre war das her seit dem letzten Mal? Konnte ich das überhaupt noch? Zu meiner Überraschung fühlte ich mich sofort wohl. Das Auto war nicht nur als Beifahrerin eine Freude zu fahren. Ich nahm gleich die Anfahrt zu Keys View in Angriff. Die Strasse gehörte mir allein, noch war kaum jemand unterwegs. Ein Pick-up besetzte einen der zahlreichen Parkplätze bei dem Aussichtspunkt. Ich parkierte und als ich die Tür öffnete, wehte mir ein heftiger Wind entgegen.

 

Schon von hier bot sich ein toller Blick auf das Coachella Valley, aber ich wollte mehr. Ein gepflasterter Weg führte hoch zum Aussichtspunkt. Auf einer Bank sass eine Gestalt in eine Jacke eingemummelt, die Kapuze hochgezogen und mit von mir abgewandtem Blick Richtung Tal. Als ich an der Bank vorbeikam, drehte sich der Mann um und meinte zu mir: "It's a little breezy". In der Tat! Der starke Wind beim Parkplatz war nichts gegen das, was mich hier oben fast weggefegt hätte.

Der Panoramablick auf einer Höhe von 1580 Metern war einmal mehr grandios. Links konnte ich die glänzende Oberfläche des Salton Seas ausmachen, auf der rechten Seite lagen die Santa Rosa Mountains. Diese bilden zusammen mit dem 3292 Meter hohen San Jacinto Peak hinter Palm Springs die Höhepunkte des Peninsular Ranges. Weiter rechts war der schneebedeckte Gipfel des 3505 Meter hohen San Gorgonio Mountain zu sehen. Die südwestliche Seite des Kamms fällt fast eine Meile in das Coachella Valley ab. Die berüchtigte San-Andreas-Verwerfung, die sich 700 Meilen vom Golf von Kalifornien bis zur Mendocino-Küste nördlich von San Francisco erstreckt, verläuft durch das Tal und ist unten zu sehen.

Als ich vom Aussichtspunkt zurückkam sass Reiner bereits wieder auf der Fahrerseite. Das war's wohl mit meiner Fahrerkarriere. Wir fuhren ins Hotel zurück, um Wäsche zu waschen und die Rechnungen zu erledigen. Auch das musste leider sein.

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