Zebras
Zebras

südafrika - Swasiland

3. etappe - swasiland

Stationen: Matsamo-Kulturdorf, Swasiland (Bus) - Ngwenya-Glasfabrik (Bus) - Mantenga Lodge (Unterkunft) - Swazi Craft Market (Bus) 

An der Grenze zu Swasiland mussten wir den Bus verlassen und die Ausreise aus Südafrika in unseren Pässen per Stempel bestätigen lassen. Nun waren wir im Niemandsland zwischen Südafrika und Swasiland. Dort ist das Matsamo-Kulturdorf angegliedert, welches leider vor kurzem abgebrannt war. Es befand sich aber bereits wieder im Aufbau, so dass wir das Gerippe der Hütten sehen konnten. Die grösste Hütte im Zentrum gehört immer der Grossmutter. Sie ist quasi das Parlament und die Kirche in einem. Wenn die Kinder Sorgen haben, können sie dorthin kommen und geniessen sozusagen Immunität. Vorne rechts gleich neben dem Eingang, befindet sich die Hütte der Mädchen und auf der gegenüberliegenden Seite links die der Buben. Käme ein Feind, würden die Mädchen diesen anlocken. Die Buben sähen ihn kommen und könnten sofort angreifen. Neben dem Haus der Grossmutter befinden sich die Häuser der Frauen des Chiefs mit Küche hinten dran in einer separaten Hütte. Mit den Müttern schlafen auch die kleinen Kinder. Der Chief selber bewohnt die kleinste Hütte. Will er zu einer seiner Frauen, so klopft er mit dem Klopfstock und dann geht's quasi zur Sache. Nach dem Akt trennen sich die beiden jeweils und der Chief geht zum Schlafen in sein Haus - oder er klopft ein weiteres Mal bei derselben oder einer anderen seiner Frauen. Nur geschlafen wird immer getrennt.

Die Männer gehen immer voran, die Frauen hinten nach. So können die Männer die Gefahr abchecken und die Frauen beschützen. In einem Haus halten sich die Männer rechts, die Frauen links des Eingangs auf. Der Grund dafür ist, dass die meisten Rechtshänder sind und somit die Männer den Feind, der vom Eingang her kommen könnte, schneller angreifen könnten.

Nach der kleinen Völkerkunde zeigten uns die Swasi ein paar traditionelle Tänze und sangen für uns. Abgelenkt wurden wir durch eine riesige Stabheuschrecke, die sich Lothar als Freund auserkoren hatte. Das etwa 30 cm lange Tier war sehr faszinierend. Es stand still da oder flatterte mit den Flügeln und machte ein lautes Geräusch. Dreimal wurde es weggetragen und immer wieder kam es zu Lothar zurück. So richtig ablenken liess ich mich davon jedoch nicht, denn der Gesang weckte Erinnerungen an die Zeit, als ich in einer Arbeitsgruppe mitarbeitete, die eine Partnerschaft zu Namibia unterhielt. Für mch was es selbstverständlich, eine CD zu kaufen.

     

Zu Fuss ging es dann über die Grenze ins Swasiland und mit dem Bus weiter an wunderschönen Landschaften vorbei, die ein bisschen an die Schweizer Alpen erinnern. Deshalb wird Swasiland auch "die kleine Schweiz" genannt. Es gab einen kurzen Fotostopp, an welchem wir eine völlig in schwarz gekleidete afrikanische Dame mit breitkrempligem Hut trafen, die ein hübsches Haus bewohnte.

 

Nach einer kurzen Fahrt besuchten wir eine Glasbläserei mit angegliedertem Restaurant und mehreren kleineren Läden. Leider reichte die Zeit nur, um eine Kleinigkeit zu essen und uns mit scharfen Saucen einzudecken. Der Schokoladenladen und die Glasbläserei mussten auf der Strecke bleiben.

Wir kamen auf einen Pass und das Wetter verschlechterte sich. Nebel zog auf und es sah nach Regen aus. Bei einem kleinen Markt, an dem es Kerzen, Batik und andere handwerkliche Dinge zu kaufen gab, nieselte es dann auch. Die Waren auf dem offenen Markt waren bereits eingepackt. Wir schauten zu, wie ein Mann in nur acht Minuten eine Kerze in Form eines Nashorns knetete.

Auf dem Weg in unsere Unterkunft, der Mantenga Lodge, fing es richtig an zu regnen. Ich war froh um meine Regenjacke. Das Zimmer war nett mit einem schönen Blick auf den Busch. Wegen des schlechten Wetters konnten wir das "Matterhorn des Swasilandes" nicht sehen. Trotz des starken Regens wollten wir das Abendessen draussen einnehmen. Die Linsensuppe, das Pfeffersteak mit Kartoffeln und Gemüse und das Caramelköpfli schmeckten allen. Die Stimmung war sehr gut - wir waren ja vom Regen, der inzwischen nachgelassen hatte, geschützt.

Am Tag darauf hatten sich die Wolken verzogen und wir konnten das "Matterhorn" sehen. Wir trafen beim leckeren Frühstück wie bereits den Abend zuvor auf Betty, die uns durch den Krüger Nationalpark gefahren hatte. Sie war mit ihrer Familie unterwegs in die Ferien.

Auf der Weiterfahrt kamen wir an der grössten Stadt des Swasilandes vorbei und sahen buntes Treiben. Nach zwei weiteren Stunden Fahrt machten wir bei einem netten Restaurant Mittagspause. Ich ass Chicken-Curry, welches ganz anders war, als ich erwartet hatte, aber lecker schmeckte. Der dazu gereichte Tomatensalat war höllisch scharf, das Curry selber nur leicht pikant. Nun war es nicht mehr weit bis zu unserer Unterkunft in der Nähe des Hluhluwe-Imfolozi Game Reserve.

AUCH INTERESSANT

Route 66
Route 66
Hafen von San Diego
Hafen von San Diego
Joshua Tree National Park
Joshua Tree National Park