USA 2022 - 02 sequoia & alabama hills

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Auf der Suche nach den California Poppies, gigantisch grosse Bäume, die andere Seite der Sierra Nevada und früh morgens beim Mount Whitney, das geschah in der zweiten Etappe unseres USA-Roadtrips.

wo sind die poppies?

Die Staatsblume Kaliforniens ist der Kalifornische Mohn. Die Wildblumenzeit beginnt normalerweise Mitte Februar und dauert bis Mai. Besonders berühmt für die orangefarbenen California Poppies ist das gut hundert Kilometer nördlich von Los Angeles liegende Antelope California Poppy Reserve. Dieses hatte ich in die Tour eingebaut und es hatte die Reiseroute massgeblich beeinflusst.

Wir speicherten das Ziel ins Navi ein und verliessen Los Angeles. Der Verkehr lief flüssiger, als befürchtet und so waren wir schon bald weit weg von der Zivilisation. Für das Frühstück hielten wir bei einem kleinen Laden mit einer Theke, an der ein paar Gerichte verkauft wurden. Wir assen einen Frühstücksburrito im kleinen Innenhof, dann fuhren wir weiter.

Bereits einige Meilen vor dem Parkeingang hielt ich nach den Poppies Ausschau, konnte aber keine entdecken. Selbst als wir in die kurze Strasse zum Reserve abbogen, leuchtete nichts orange, dabei sollten die Hänge voller Blüten sein. Die Dame am Kassenhäuschen bestätigte dann meine Befürchtung: No Poppies this year! Wie schade - aber nett von ihr, dass wir ohne zu bezahlen umdrehen durften. Enttäuscht verliessen wir diesen Ort. Am Wegrand entdeckten wir noch ein paar einsame Blüten, doch für die grosse Show hatte es dieses Jahr einfach viel zu wenig geregnet.

unser zuhause für die nächsten tage 

Die restliche Strecke Richtung Norden war eher langweilig. In Bakersfield hielten wir bei einem grossen Walmart, um uns mit Kühlbox, zwei Campingstühlen, Waschmittel, Wasser und Krimskrams einzudecken. Wir kauften Steaks und Gemüse zum Grillieren und etwas fürs Frühstück, denn unsere nächste Unterkunft war sehr abgelegen in der Nähe des Kings Canyon National Parks.

Das Ferienhaus, das vom New Yorker Künstlerpaar Mahalia und Bachrun vermietet wurde, stand auf 1800 Metern Höhe. Nebenan vermieteten sie noch ein weiteres Haus an Gäste und lebten selber in einem kleinen Häuschen gleich dahinter. Leider waren die beiden zur Zeit in London, doch ich stand mit Mahalia per E-Mail in Kontakt. Ein paar Meter weiter die Strasse hinunter gab es ein sehr rustikales Pub, wie ich auf Fotos im Internet erkennen konnte. Dort hatten wir vor, einen der Abende zu verbringen.

Trotz Mahalias Sorge hatten wir keine Mühe, die Cabin zu finden. Es gab ein Schlafzimmer, ein Wohn- und Esszimmer mit einer gut ausgestatteten Küche. Diverse Gewürze und Lebensmittel standen zur Verfügung. Auch eine Sauna mit Aussendusche, ein Sitzplatz mit Grill und eine Kammer mit einer modernen Waschmaschine und einem Tumbler durften wir benutzen. Sogar das Waschmittel war vorhanden, unseres konnte also noch zu bleiben.

Reiner grillierte bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, ich versuchte drinnen die Heizkörper in Gang zu bekommen. Den Radiator im Schlafzimmer schaltete ich sofort wieder aus, als sich ein beissender Rauchgeruch verbreitete. Ich wollte nicht schuld sein, wenn das Haus und mit ihm der umliegende Wald abbrannte.


gigantisch grosse bäume

Nach dem Frühstück waren wir bereit, endlich die Sequoias zu sehen! Der Kings Canyon und der Sequoia National Park sind für ihre mächtigen Mammutbäume bekannt. Die beiden Nationalparks befinden sich im Westen der Sierra Nevada und grenzen unmittelbar aneinander. Sie werden als gemeinsame Einheit verwaltet. Warum es trotzdem zwei Parks sind, erschliesst sich mir nicht.

Beim Eingang zum Kings Canyon National Park erstanden wir für achtzig Dollar einen Jahrespass, der für alle Nationalparks, National Monuments, National Memorials und was es sonst noch Nationales gab, gültig war. Im Grant Grove Village besuchten wir das Visitor Center, wo ich mir einen Nationalpark Passport kaufte und gleich die ersten Stempel in das Büchlein setzte. Die Seiten waren nach Regionen unterteilt, die kurz beschrieben waren und es gab Platz für Stempel und Klebebilder.

  

Wir wanderten im Grant Grove zum 1500 bis 1900 Jahre alten General Grant Tree, dem zweitgrössten lebenden Baum der Erde. Seine Ausmasse waren beeindruckend, aber auch die anderen, meist namenlosen Bäume, hatten es mir angetan.

     


vom kings canyon zum sequoia national park 

Das restliche Gebiet im Kings Canyon hatte noch Wintersperre, deshalb fuhren wir südwärts zum Sequoia National Park. Am Strassenrand waren noch Schneereste zu erkennen. Je südlicher wir kamen, desto wärmer wurde es und wir konnten uns der Jacken entledigen. Um eine Übersicht zu bekommen, fuhren wir bis zum Foothills Visitor Center, unweit des südlichen Parkeingangs. Dort drückte ich dann den Stempel des Sequoia National Parks in meinen Passport.

    

Bei schönstem Wetter fuhren wir wieder die Parkstrasse zurück, vorbei am Tunnel Rock, einem grossen Granitfelsen, unter dem früher der Generals Highway hindurchgeführt hatte, bis die Strasse umgeleitet wurde. Heute dient er vor allem Fotomotiven und Kletterpartien. Auch wir verbrachten einige Zeit damit, die beste Perspektive zu finden, ohne dabei hinaufzukrackseln.

Einige Kurven später bogen wir rechts auf die Crescent Meadow Road ab. Bei den Parker Group Sequoias stoppten wir und tobten uns mit Fotokamera und GoPro ausgerüstet so richtig aus. Die Hauptattraktion bei diesem Abstecher war aber der Tunnel Log. Das ist ein umgestürzter Baum, der sich über die Strasse erstreckt. Etwa die Hälfte des Stammes ist ausgeschnitten, damit Autos untendurch fahren können. Oberhalb und seitlich des Baumstammes standen Besucher und lichteten ihre Mitreisenden bei der Durchfahrt ab. Wir drehten an dieser Stelle und fuhren beim Rückweg noch den Loop, der am Moro Rock vorbei führt. Ein kurzer Blick auf die Felsformation aus Granit, dann waren wir auch schon wieder weg. Hochwandern hätte weder mit meinem Knie noch mit Reiners Rückenbeschwerden funktioniert. Zurück in der Cabin verbrachten wir den Abend erneut mit Steaks und Gemüse vom Grill.

      


noch mehr grosse bäume

Gemäss Wetterbericht sollte es im Verlauf des nächsten Tages regnen, deshalb starteten wir früh morgens Richtung Park. Bei noch sonnigen 39 Grad Fahrenheit wanderten wir gemütlich den Big Trees Trail im Sequoia National Park. Dick eingepackt ging es an riesigen Bäumen vorbei. Der Morgentau und der leichte Bodennebel verbreiteten eine mystische Stimmung. Ausser uns waren nur wenige Leute unterwegs. Wir hielten bei fast jeder Bank, um die Landschaft in vollen Zügen geniessen zu können, schliesslich waren wir in den Ferien und nicht auf der Flucht. Als wir am Ende des Rundwegs wieder beim Parkplatz ankamen, hatte sich dieser schon gefüllt. Wir machten jemanden glücklich, indem er unsere Parklücke übernehmen durfte, während wir nochmals in die Crescent Meadow Road einbogen. Wir hatten Glück, beim Tunnel Log war gerade nicht viel los und so schossen auch wir die üblichen Fotos beziehungsweise filmte ich mit der GoPro Reiner bei der Durchfahrt durch diesen berühmten Tunnel.

      

Auf der Weiterfahrt Richtung Süden blühten einzelne Yuccas am Wegrand. Der Himmel zog sich immer mehr zu und es fing leicht an zu tröpfeln. Wir verliessen den Park, tankten das Auto auf und stockten in Visalia nochmals die Lebensmittel auf für den Fall, dass das Pub geschlossen sein sollte. Dass dies ein guter Schachzug gewesen war, erkannten wir gleich, als der Parkplatz des Pubs sehr leer war. So gab es am dritten Tag hintereinander Grilliertes. Vorher verbrachten wir den Rest des Tages mit Wäsche waschen und machten es uns gemütlich.

  


auf die andere seite der sierra nevada

Bei der Planung der Reise war mir schon klar gewesen, dass die Strasse zum Cedar Grove noch zu sein würde, aber dass sie genau am Tag unserer Abreise öffnen würde, fand ich dann doch etwas gemein. Ich rechnete, ob es sich ausgehen würde, noch einen Abstecher dahin zu machen, doch das wäre eine Hetzerei geworden. Ausserdem war am Morgen so dichter Nebel, dass man kaum mehr etwas von der schönen Landschaft erkennen konnte. Deshalb verliessen wir das nette Haus so, wie wir es vorgefunden hatten, in dieselbe Richtung, aus der wir gekommen waren.

Schon bald lichtete sich der Nebel und es wurde ein herrlich sonniger Tag. Etwa auf halber Strecke vor Bakersfield bogen wir links ab. Irgendwann landeten wir auf der Evans Road, wo uns eine ockerfarbene Hügellandschaft erwartete. Die Umgebung war wundervoll. Nicht so gut gefiel mir, was sich vor uns am Himmel zusammenbraute. Dichte Wolken waren am Horizont zu erkennen, das sah nach Regen aus. Als ein Schneeräumfahrzeug mit Schneeresten auf der Schaufel entgegenkam, wurde mir etwas mulmig zumute. Da wird doch nicht etwa noch Schnee liegen? Und tatsächlich wurden die Hügel immer weisser und zu allem Unglück fing es auch noch an zu schneien. Das war zu viel für Reiner, er traute das unserem Jeep mit Zweiradantrieb und Sommerpneus nicht zu. Er bog auf einen Platz ein und wollte wenden. Ich haderte, der Umweg zurück und südlich um die Sierra Nevada herum hätte uns Stunden gekostet. Da fiel mir ein, dass ich eben ein Schild mit Aufschrift "Greenhorn Summit 6102 ft" gesehen hatte. Das musste die Passhöhe gewesen sein. Mit diesem Argument konnte ich Reiner überzeugen, doch noch weiterzufahren. Die ersten paar Kurven abwärts Richtung Tal waren wir noch ziemlich angespannt, doch schnell wurden die Strassenverhältnisse besser und der Himmel klarte auf.

 

Es war schon weit über Mittag und inzwischen knurrte der Magen. Ich hatte in Lake Isabella ein hawaiianisches Restaurant entdeckt und wir hofften, dass es noch geöffnet hatte. Es hatte und wir bestellten an der Theke bei einem witzigen Typen die von ihm empfohlenen Gerichte. Er war begeistert davon, dass wir aus der Schweiz kamen und wollte mir Schweizer Geld abkaufen. Leider hatte ich nur ein paar kleine Münzen dabei, die ich ihm über die Theke schob. Die Dollarnote als Gegenwert durfte er behalten, das bisschen konnte ich gerade noch verschmerzen. Er verkündete in der Küche freudenstrahlend, dass er jetzt reich sei, da er Schweizer Geld besitze.

Das Lokal war klein, rustikal eingerichtet und sehr bunt. Mir gefiel die Atmosphäre mit den Gitarren, die herumstanden, auf denen aber leider niemand spielte. Das Essen kam und die Crevetten in meinem Surf and Turf waren wie versprochen super saftig und aromatisch.

Nach dem leckeren Essen führte unser Weg am Lake Isabella vorbei und über den Walker Pass. Joshua Trees blühten am Wegrand. Es wurde immer wärmer und nichts deutete mehr darauf hin, dass es noch vor kurzem geschneit hatte.

Als wir beim Trailhead zu den Fossil Falls ankamen, brannte die Sonne auf das schwarze Lavagestein. Mir war der Weg zu uneben, deshalb wartete ich nach ein paar hundert Metern Wanderung auf Reiner, der noch einige Biegungen mehr machte, um dann wieder zurück zum Auto zu gehen.

Nun war es nicht mehr weit bis Lone Pine zu unserer Unterkunft für diese Nacht. Wir bezogen unser Zimmer in dem netten, kleinen Motel und machten uns auf, die Alabama Hills zu erkunden.

Die Alabama Hills sind eine Formation aus abgerundeten Felsen und erodierten Hügeln am Fusse der zerklüfteten Gipfel der Sierra Nevada. Sie dienten für zahlreiche Westernfilme als Drehort, aber auch Gladiator und andere Filme wurden hier gedreht.

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang standen wir auf einem Parkplatz mit bestem Blick auf den Mount Whitney. Mit seinen 4421 Metern ist er der höchste Berg der USA ausserhalb Alaskas. Wir beschlossen, diesen Platz morgen früh für den Sonnenaufgang zu nutzen, was wir dann auch taten.


früh morgens beim mount whitney

In der Nacht hatte es heftig abgekühlt. Während wir in aller Herrgottsfrüh in den Alabama Hills darauf warteten, dass die Sonne die Bergkette der Sierra Nevada beleuchten würde, setzte ich mich immer wieder ins Auto, um mich aufzuwärmen. Rund um uns herum standen mehrere Fahrzeuge, aber noch keine Menschenseele war zu entdecken. Als die Bergspitzen zu glühen begann, schossen die Fotografen und Fotografinnen wie Käfer aus ihren Löchern. Allesamt waren sie mit Stativ und Kamera bewaffnet und suchten sich die schönsten Plätze. Der Sonnenaufgang dauerte nicht lange, es hatte sich aber gelohnt, zu warten.

 

Noch eine Runde durch die Felsformationen, dann hatten wir uns ein gutes Frühstück verdient. Wir waren nicht die einzigen mit der Idee, im besten Café des Ortes einzukehren, also warteten wir ein paar Minuten auf einen freien Tisch. Auch das hatte sich gelohnt, denn das Essen schmeckte hervorragend und die Bedienung war sehr herzlich. Sie wollte wissen, woher wir kämen und wohin wir wollten. Ah, gestern hätte sie schon 30 Tische mit Europäern bedient, die alle ins Death Valley unterwegs waren. Ganz Europa sei nun dort, meinte sie schmunzelnd.

 

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